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Schutz für Mensch und Tier
Dezember 2013
Text und Foto: Rainer Glissnik


Schutz für Mensch und Tier

Schutz für Mensch und Tier

Auf beiden Seiten der Frankenwaldhochstraße zwischen Rothenkirchen und Buchbach wurde im Wald sowohl der altbewährte Duftzaun (rechts, gelber Schaum) als auch das neue biologische Wildvergrämungsmittel „Wildschreck“ auf blauen Bändern (im Hintergrund zu sehen) ausgebracht. Der Leiter des Projektteams Wild und Straße, Klaus Riedel (links), bedankte sich (von links) bei dem Leiter des Forstbetriebs Rothenkirchen, Peter Hagemann, Praktikant Fabian Meinardy und Förster Alexander Kelle für die engagierte Mitarbeit sowie beim Vorsitzenden der BJV-Kreisgruppe, Bernd Schmitt, für die Unterstützung.
Foto: Rainer Glissnik

VERKEHRSSICHERHEIT - Die Frankenwaldhochstraße KC 09 ist eine landschaftlich schöne, zugleich aber stark befahrene Strecke – und ein Wildunfallschwerpunkt im Landkreis Kronach. Der Forstbetrieb Rothenkirchen bringt auf der gesamten Strecke in den gefährlichsten Bereichen im Wald beidseitig Duftzäune in Kombination mit den blauen Wildschreckbändern an.

Rothenkirchen/Buchbach — Die Frankenwaldhochstraße zwischen Rothenkirchen und Buchbach ist eine sehr gut ausgebaute Strecke, die durch einen langen Waldabschnitt führt. Darauf wird mit – meist erlaubten – hohen Geschwindigkeiten gefahren, die jedoch oft zu schnell sind, um beim Queren eines Wildtiers noch rechtzeitig bremsen zu können. Es gibt viel Berufsverkehr. Auch viele Schüler sind dort unterwegs.

„Wald heißt auch Wild“

„Links und rechts Wald – das heißt auch Wild“, gibt der Leiter des Projektteams „Wild und Straße“, Klaus Riedel, zu bedenken. „Es ist einfach ideal, dass der Forstbetrieb Rothenkirchen vom Leiter bis zu den Mitarbeitern hier so engagiert ist“, freut er sich sichtlich. Er fährt zunächst die gesamte Wegstrecke ab, bevor es zum Treffen mit den „Machern vor Ort“ geht – und seine Freude wächst erkennbar, darüber, wie sorgfältig die Mitarbeiter des Forstbetriebs Rothenkirchen die Schutzmaßnahme ausgeführt haben.
   „Wir haben uns im Vorfeld abgestimmt“, erläutert Klaus Riedel, dass entlang der Frankenwaldhochstraße sogar doppelt „geduftet“ wurde. „Wo die Wildunfall-Schwerpunkte sind wollten wir den Schutz enger ziehen“, erklärt er. Der Duftzaun stinke rund um die Uhr, dies sei der Vorteil gegenüber den an den Straßenpfosten angebrachten Spiegeln, die nachts wirksam seien, indem sie das Licht der Fahrzeuge in Richtung Wald lenkten. Auch diese machten jedoch Sinn.
   Über Ostern wurde an der Frankenwaldhochstraße auf drei Kilometern Länge ausgeholzt, wobei die vorhandenen Wildschutzmaßnahmen zerstört worden seien, erklärt Förster Alexander Kelle. Innerhalb von zwei Wochen wurde die gesamte Straße durchforstet – bis hin zur Vollsperrung. „Jetzt machen wir Nägel mit Köpfen und machen alles neu“, sagten sich die Fortbetriebsmitarbeiter. „Jetzt steht der Duftzaun wieder, und ich hoffe, dass dies nun eine Zeit lang wirkt.“
   Die engagierten Forstbetriebsmitarbeiter gaben sich mit einer Wiederherstellung des alten Zustands nicht zufrieden. Der Duftzaun wurde dichter erneuert. Im Bereich der höchsten Wildunfallstellen wurden blaue Wildschreckbänder angebracht und mit Duftstoff behandelt. Dieser Stoff ist ein Konzentrat, das für Wildtiere enorm nach Gefahr riecht.
   „Ich kann mich im Namen der Bayerischen Staatsforsten nur bedanken bei Klaus Riedel“, stellt der Leiter des Forstbetriebs Rothenkirchen, Peter Hagemann, fest. Dieses Projekt sei im Grunde einzigartig in Bayern. Er kenne vergleichbare Aktionen, die aber nach einiger Zeit wieder einschliefen. Im Landkreis Kronach sei dies völlig anders. Stetig gebe es neue Bemühungen, und Innovationen würden hier ausprobiert.


Die Verantwortung liegt nach wie vor beim Autofahrer, in Waldgebieten entsprechend das Tempo zu drosseln.


„Das alles dient ja nicht nur dem Tierschutz, sondern dem aktiven Menschenschutz“, machte Hagemann klar. Alle Maßnahmen sollten aber keine falsche Sicherheit vorgaukeln. „Die Verantwortung liegt nach wie vor beim Autofahrer, in Waldgebieten entsprechend das Tempo zu drosseln.“ Unübersehbar sei, dass die Mitarbeiter im Staatsforst die Natur und selbstverständlich die Menschen lieben. „Wir haben auch eine Vorbildfunktion“, betont Peter Hagemann. Diese sei auch im Waldgesetz vorgeschrieben, was für die hier Tätigen aber ohnehin selbstverständlich sei.
   Insgesamt schaue die Bevölkerung ganz genau darauf, was mit dem und im Staatswald geschieht, ist der Rothenkirchener Forstbetriebsleiter sogar froh. „Ich glaube schon, dass wir positiv anerkannt sind.“
   Die BJV-Kreisgruppe Kronach ist schon immer sehr engagiert bei den Aktionen des Projektteams dabei, auch finanziell. „Wir sind froh, Klaus Riedel zu haben“, unterstrich Vorsitzender Bernd Schmitt. Das Projekt sei bayernweit beispielhaft. Die Projektgruppe sei mittlerweile über Jahrzehnte hinweg tätig. Der BJV-Kreisgruppe sei daran gelegen, die Jäger entlang der gefährlichsten Strecken zu unterstützen.
   Eigentlich sei auch die Rennsteig-Straße für Maßnahmen vorgesehen gewesen. Weil diese jedoch als Umleitung benötigt worden sei, sei diese Strecke für das kommende Jahr eingeplant – zum Ausholzen und für die Wildschutzmaßnahmen.

Sorge um Auto

Die meisten Autofahrer seien nicht vorsichtig allein wegen des Wildes, sondern gerade wegen ihres Fahrzeugs, meinte der Leiter des Forstbetriebs Rothenkirchen Peter Hagemann. Er hätte gerne wirksamere und auffälligere Verkehrsschilder.




 

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